Danke schön

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang seit gelobet der Name des Herrn.       (Psalm 113,3)

Gotteslob und Dank an Gott stehen mit dem 107. Psalm im Mittelpunkt dieser Überlegungen.
Mit den Psalmen stimmen wir in das Gebet des Volkes Israel ein.
Wir lassen uns hineinnehmen in ein Nachdenken in der Gegenwart Gottes  über Grunderfahrungen menschlichen Lebens.
Dieses Nachdenken hat auch unser Neues Testament zutiefst geprägt.

Es hilft, das Wunderbare des Lebens wahrzunehmen, die Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des eigenen Lebens mit hineinzunehmen in das Gespräch mit den uralten biblischen Worten vom Danken. Es kann die Perspektive gerade rücken im Angesicht der vielen krisenhaften Nachrichten unserer Tage.

 

Den Psalm 107 anders lesen

Hier findet sich der Psalm 107. Er ist ziemlich lang. Man kann ihn bewusst in Abschnitten lesen und ihn mit einem Lied unterbrechen - auf das Hören gleichsam mit dem Singen antworten.
Als Vorschlag ist hier das Lied
336 Danket, danket dem Herr als Kehrvers gewählt:

 Die Fachleute sagen uns, dass dieser Psalm vermutlich die gottesdienstliche Ordnung für eine Dankfeier am Tempel von Jerusalem war.
Nach der Eröffnung werden verschiedene Menschen aufgerufen, inmitten der Gemeinde von ihrer Rettung zu berichten:

  • Menschen, die eine Wüstenreise überstanden haben,
  • Gefangene, die freigekommen sind,
  • Menschen, die aus schwerer Krankheit genesen sind,
  • Menschen, die aus Seenot gerettet wurden.

Der Psalm schließt mit einem Hymnus, einem Danklied aller zum Gottesdienst Versammelten.
(Psalm 107,1- 9 / 2+10-16 / 2+17-22 / 2+23-32 / 1+33-43)

 

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
die er aus den Ländern zusammengebracht hat
von Osten und Westen, von Norden und Süden.
Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,
und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,
die hungrig und durstig waren
und deren Seele verschmachtete,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not
und er errettete sie aus ihren Ängsten
und führte sie den richtigen Weg,
dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:
Die sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
dass er sättigt die durstige Seele
und die Hungrigen füllt mit Gutem.

EG 336 Danket, danket dem Herrn

So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel,
gefangen in Zwang und Eisen,
weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren
und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten,
sodass er ihr Herz durch Unglück beugte
und sie dalagen und ihnen niemand half,
die dann zum HERRN riefen in ihrer Not
und er half ihnen aus ihren Ängsten
und führte sie aus Finsternis und Dunkel
und zerriss ihre Bande:
Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
dass er zerbricht eherne Türen
und zerschlägt eiserne Riegel.

EG 336 Danket, danket dem Herrn

So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung
und um ihrer Sünde willen,
dass ihnen ekelte vor aller Speise
und sie todkrank wurden,
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not
und er half ihnen aus ihren Ängsten,
er sandte sein Wort und machte sie gesund
und errettete sie, dass sie nicht starben:
Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
und sollen Dank opfern
und seine Werke erzählen mit Freuden.

EG 336 Danket, danket dem Herrn

So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,
die er aus der Not erlöst hat,
Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren
und trieben ihren Handel auf großen Wassern,
die des HERRN Werke erfahren haben
und seine Wunder auf dem Meer,
wenn er sprach und einen Sturmwind erregte,
der die Wellen erhob,
und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken,
dass ihre Seele vor Angst verzagte,
dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener
und wussten keinen Rat mehr,
die dann zum HERRN schrien in ihrer Not
und er führte sie aus ihren Ängsten
und stillte das Ungewitter,
dass die Wellen sich legten
und sie froh wurden, dass es still geworden war
und er sie zum erwünschten Lande brachte:
Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
und ihn in der Gemeinde preisen
und bei den Alten rühmen.

EG 336 Danket, danket dem Herrn

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Er machte Bäche trocken
und ließ Wasserquellen versiegen,
dass fruchtbares Land zur Salzwüste wurde
wegen der Bosheit derer, die dort wohnten.
Er machte das Trockene wieder wasserreich
und gab dem dürren Lande Wasserquellen
und ließ die Hungrigen dort bleiben,
dass sie eine Stadt bauten, in der sie wohnen konnten,
und Äcker besäten und Weinberge pflanzten,
die jährlich Früchte trugen.
Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten,
und gab ihnen viel Vieh.
Aber sie wurden gering an Zahl und geschwächt
von der Last des Unglücks und des Kummers.
Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten
und ließ sie irren in der Wüste, wo kein Weg ist;
aber die Armen schützte er vor Elend
und mehrte ihr Geschlecht wie eine Herde.
Das werden die Frommen sehen und sich freuen,
und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.
Wer ist weise und behält dies?
Der wird merken, wie viel Wohltaten der HERR erweist.

Zurück