Seit einigen Jahren befinden sich die Kirchen in Deutschland in einem rasanten Veränderungsprozess.
Die Mitgliederzahlen gehen zurück. Finanzielle Ressourcen nehmen ab. Die gesellschaftliche Resonanz wird geringer. Die Glaubwürdigkeit der Kirchen ist durch die Erkenntnisse zum Ausmaß sexualisierter Gewalt in kirchlichem Kontext erodiet.
Die Kirchen müssen auf die unterschiedlichen Krisenphänomene reagieren. In der kirchlichen Landschaft kann man im ganzen Land weitreichende Veränderungen in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen wahrnehmen.
In der Ev.-ref. Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen wurde der Veränderungsprozess in der Diskussion um die Zukunft des Gemeindezentrums seit einigen Jahren konkret. Neue Herausforderungen wie der Klimaschutz in Kombination mit sinkenden Einnahmen und abnehmenden Mitgliederzahlen erzeugen einen hohen Handlungsdruck. Es wurde schnell deutlich, dass es in der Beschäftigung mit diesen Fragen um Fragen der Identität und des Auftrags als Kirchengemeinde geht. Worin besteht der wesentliche Kern, der die Kirchengemeinde vital und handlungsfähig hält? Ist es der Glaube und seine konkreten Lebensformen in dieser Gemeinde? Braucht es dafür eigene Räumlichkeiten`? Welchen Stellenwert besitzt eine hauptamtliche geistliche Begleitung der Gemeinde?
Veränderungen sind das Wesen der Kirche - bei der „reformierten“ Kirche klingt es bereits im Namen an. An verschiedenen Orten und Bereichen in der reformierten Kirche sind bereits kreative Ideen für Veränderungen entwickelt und umgesetzt worden.
Gemeinden, die in einem vergleichbaren Kontext der "verstreuten Reformierten" leben und arbeiten, haben wir um Reportagen gebeten, um für die Diskussions- und Entscheidungsprozesse in Lüneburg-Uelzen Anregungen zu erhalten.

